Etwas verspätet, dafür aber doppelt so lesenswert *zwinker*, kommt nun unser Bericht zur CrazyFishing goes Edersee #2 Tour.
Wie bereits auf unserer Homepage angekündigt, war fast das komplette CrazyFishing Team in Begleitung von Andreas Seitz (Team Zanderjäger) und Markus vom 2ten bis zum 3ten August am Edersee unterwegs. Lediglich Remi konnte nicht mit, er musste zu Hause seinen ehelichen Pflichten nachgehen, der Arme…
Mit Sascha, Philipp, Björn, Markus, Andreas und mir (Chris) ging es also Samstags morgends um halb 4 Uhr (quasi mitten in der Nacht) los. Treffpunkt war zunächst die Autobahnraststätte Lorsch, die wir gegen 04:00Uhr erreichten. Dort gab es schon die erste Überraschung für unser Team: Markus hatte jedem von uns ein T-Shirt mit dem CrazyFishing Logo und dem jeweiligen Namen bedrucken lassen. Sehr coole Aktion, an dieser Stelle nocheinmal vielen Dank dafür!

CrazyFishing Team T-Shirt
Nachdem die beiden Fahrer ihren Koffeinpegel mit einem heißen Becher Kaffee angehoben hatten, ging es auf die knapp dreistündige Fahrt ins Edertal.

Kaffee für die Fahrer

Kaffee für die Fahrer
Während der Fahrt zückte ich meine Kamera und knipste das ein oder andere Foto, so blieb ich wenigstens wach.
Um viertel nach 6 war es dann so weit: ANKUNFT!

Ankunft
Equipment ausladen, schnell montieren und gleich aufs Wasser. Ein kurzer Smalltalk mit anderen Anglern verhieß nichts gutes:
Die letzten Tage gingen hier nur Schniepel, kaum ein Fisch reicht an die 30cm heran.
Doch davon wollten wir uns nicht beeinflussen lassen, schließlich ist jeder Tag anders. Voller Vorfreude und Tatendrang ging es, aufgeteilt in drei Boote, Richtung Spot Nummer eins: Die Hopfenberge.
Für Topwater war es wohl schon zu spät, denn kein Fisch interessierte sich für die tänzelnden Wobbler an der Oberfläche. Selbst eine Etage tiefer oder ganz auf Grund konnte kein Fisch zum Anbiss überredet werden.
Schnell zogen wir Richtung Waldeck weiter. Die Bootsanleger brachten jedoch auch keinen sofortigen Erfolg. Erst nach einer guten halben Stunde ließ sich der erste Schniepelbarsch von Rund 15cm blicken.

Einer der ersten Barsche im Mittelwasser
Boot Hessen, bestehend aus Philipp und Björn, zog gefolgt von Boot Wurmangler (Sascha und Markus) Richtung Scheid recht schnell weiter, während Boot Mannheim mit Andreas und mir die Flachwasserbereiche vor den Bootsstegen befischte.

Auf geht’s zu neuen Spots
Die Dropshotmontage brachte hier Fisch auf Fisch, jedoch blieben die gewüschten Größen aus. Langsam geführte Gummfische am Jigkopfe, sowie Wobbler jeder Art verschmähten sie konstant und es blieb bei Nachläufern. Andreas konnte dann den ersten besseren Fisch mit 44cm länge landen, leider kein Barsch, sondern „nur“ ein Hechtlein.

Andreas mit 44er Hecht
Mit steigender Sonne kamen die Bisse auf der Dropshotrute direkt beim hochkurbeln unterm Boot. Heftige Einschläge in der Rute, doch kein Fisch hing am Haken. Mit der Pol-Brille konnte man beobachten, wie dicke 40+ Barsche beim einkurbeln das silbern schimmernde Dropshotblei attackierten, der eigentliche Köder hingegen blieb unbemerkt. Auf Zocker ummontiert ging jedoch nichts, obwohl zeitgleich die Barsche beim mitangler aufs Blei bissen. Verrückte Welt!

Die Action Cam hatte leider sehr wenig Action…
Während wir es mit Gummifisch verschmähenden Barschen zu tun hatten, konnte das Boot Wurmangler ein paar schöne Fänge verbuchten. Ein schöner ü30 Barsch ging Markus ins Netz.

Markus mit ü30 Barsch
Damit hat er sich erstmal eine kleine Siesta verdient.

Siesta mexicana
Im Boot Hessen schien der Seegang oder eine Flasche Captain Morgen Rum seine Spuren hinterlasse zu haben. Björn lives like a captain und hält ausschau nach neuen Spots.

Live like the Captain
Am Ende des Tages waren knapp 150 Barsche gefangen, von denen keine 10 über 30cm waren. Markus konnte noch einen 43er Barsch überlisten, Tagesbestleistung.

43cm Barsch
Um 19 Uhr, alle total geplättet, ging es nach einer Stärkung im nahgelegenen Restaurant ab ins Bett um am nächsten morgen schon vor Sonnenaufgang am Wasser zu sein.
Um halb 5 waren die Boote dann bereits geladen und es ging los Richtung Topwaterbarsche.

Ganz schön früh, denkt sich der Zanderjäger…
Das Wasser in Waldeck brodelte, überall Fische an der Öberfläche, doch außer Weißfischen war da wohl nichts. Kein einziger Topwaterbarsch, weder an den Hopfenbergen, noch in Waldeck oder an der Scheid… seltsam!
Richtung Staumauer dann schon von weiter Entfernung zu sehen: Raubende Barsche. Ein Laubenschwarm zog umher und für die Stachelritter gab es kein halten mehr. Der Topwaterbait gerade im Wasser kam sofort der Biss: Ein ca 35cm Barsch. Doch keine Zeit für ein Foto, hier waren Fische an die 50cm dabei. Der nächste Wurf und wieder attackierte ein Barsch den Köder – daneben! Zwei Minuten später war alles vorbei, keine Lauben mehr, keine raubenden Fische, alles war wie ausgestorben. Da waren wir wohl schlichtweg einfach zu spät!
Ein paar Minuten später ließ sich dann noch ein knapp 30cm langer Barsch auf Topwater fangen, danach war lange lange Zeit Beißflaute. Immerwieder waren große Nachläufer dabei, doch beißen wollten sie nicht. Ich hab so ziemlich jeden Köder aus meiner Kiste ausprobiert, doch nichts sollte so recht funktionieren.

Topwaterbarsch
Dann kam mir die Idee Twitchbaits wie ein verrückter in windeseile durch das Wasser zu prügeln und siehe da, aus den Nachläufern wurden plötzlich Fänge. Die Größe hielt sich in Grenzen, jedoch passte die Frequenz mit 6 bis 7 Fischen bei 10 Würfen. Der Köder raste wirklich durchs Wasser und ich meine wirklich rasen! Die misstrauischen Barsche hatten einfach keine Chance sich bei dem kristallklaren Wasser den Köder genauer anzuschauen und bissen schnappreflexartig auf die Unterwassertorpedos alias Twitchbaits.
Gegen 9 Uhr begann es dann zu Regnen und Andreas zog sich in die Kabine unseres Boots zurück. Ich versuchte mein Glück weiterhin mit Twitchbaits und trotze dem Niederschlag – es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.

Angeln im Regen
Die Fische bissen immernoch wie blöd, allerdings kam es mir so vor, als würden sie bei jedem weiteren Wurf kleiner.

Minibarsch im Regen
Als der Regen sich dann in wasserfallartigen Niederschlag verwandelte zog es auch mich in die schützende Kabine unseres Bootes. Die Angelrute passte dabei noch ganz gut aus der kleinen Tür heraus, sodass ich weiter angeln konnte – sogar mit Erfolg.

Angeln im Trockenen
Die anderen beiden Boote hatten es nicht viel besser, auch wenn die Frequenz nicht ganz so stark war, so konnten sie auf Wurm knapp ein halbes dutzend ü30 Barsch landen. Mit Kunstködern ging bei Ihnen jedoch fast gar nichts.
Die Vorwarnung der anderen Angler bestätigte sich mit Ablauf des zweiten Tages. Wir konnten viele aber keine wirklich kapitalen Fische fangen. Das Angeln mit Kunstködern war mehr als schwierig und der Wurm blieb ungeschlagen.

Schloss Waldeck aus der Ferne
Wir hatten uns von diesem Trip alle etwas mehr versprochen, doch angesichts der Wetterlage und der herrschenden Beißflaute war einfach nicht mehr drin.
Vielleicht läuft es das nächste mal ja wieder besser, eine Tour im Spätherbst schien zumindest mal in aussicht gestellt…
Bis dahin viele Grüße und Tight Lines,
Euer Chris






Cooler Bericht weiter so
Das die Barsche auf zwischengeschaltetes Blei beissen aber nicht auf die eigentlichen Köder kennen wir nur zu gut. An manchen Tagen ist es einfach wie verhext. Aber bei eurer Ausbeute kann man trotzdem sagen Lieber Schniepel statt Schneider 😉